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Hirsch, Rose

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Works: 8 works in 47 publications in 1 language and 189 library holdings
Genres: Criticism, interpretation, etc  Records and correspondence  Biography 
Roles: Translator, Editor
Classifications: B4376, 190.9489
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Most widely held works by Rose Hirsch
Kleine Schriften : 1848/49 by Søren Kierkegaard ( Book )
5 editions published between 1960 and 1984 in German and held by 35 WorldCat member libraries worldwide
Seit dem Corsarenstreit 1846 rang Kierkegaard um die Frage, ob er berechtigt sei, an Kirche und Christenheit seiner Zeit wegen ihres Versagens gegenüber der den Christen gestellten Aufgabe öffentlich Kritik vorzubringen. Zwei wichtige Dokumente dieses Reflexionskampfes sind die in diesem Band wiedergegebenen Aufsätze: "Hat ein Mensch das Recht, sich für die Wahrheit totschlagen zu lassen?" und "Über den Unterschied zwischen einem Genie und einem Apostel". Im erstgenannten Aufsatz ist es erstaunlich, wie eng die Schranken sind, die zu ziehen er sich entgegen seiner eigenen Neigung zwingt: "Indem Kierkegaard es ablehnt, den pietistischen Begriff vom Heiden, der ein Christ scheint, zur Rechtfertigung der Erneuerung des altkirchlichen Märtyrerchristentums zu verwenden, setzt er dem eigenen Angriff auf die Christenheit, der in ihm schon schwelt, mit harter intellektuell-ethischer Reflexion eine Grenze." (E. Hirsch in der Einleitung) Der zweite Aufsatz ist entstanden in einer längeren inneren Auseinandersetzung mit Magister Adler, der neue angeblich christliche Lehraussagen öffentlich als verbindlich behauptete und sich dafür auf eine persönliche Offenbarung berief (das Hauptdokument dazu: 36. Abteilung der "Gesammelten Werke"). An ihm hatte Kierkegaard das Beispiel einer tiefgreifenden Kirchenkritik auf Grund persönlicher Überzeugung - die sich in diesem Fall als irreführend erwies - unmittelbar vor Augen; so suchte er an diesem Beispiel darüber zur Klarheit zu kommen, worauf die Vollmacht beruht, eine derartige Kritik öffentlich geltend zu machen. "Es geht Kierkegaard darum, die innere Berufung, die zum vollmächtigen Zeugnis für die Wahrheit des Christlichen unentbehrlich ist, deutlich zu scheiden von der bezaubernden Macht außerordentlicher menschlicher Geistesgaben ... Der dunkle Punkt ... liegt nun aber darin, daß die innerlich wahre Unterscheidung des Apostels vom Genie Kierkegaard dazu verführt, das Christsein des Apostels als besonderen autoritativen Offenbarungsträgers einerseits und das Christsein des schlichten Christen ... als zwei völlig heterogene Arten christlicher Existenz zu verstehen. Aus dieser Verwirrung der Frage erwachsen ihm alle inneren Kämpfe und Hemmungen der späteren Jahre, und erst im letzten Streit hat er es sich abgewonnen, die Vollmacht des schlichten, keine besonderen Offenbarungserlebnisse kennenden Christen zu bejahen." (E. Hirsch a.a.O.) - Die drei "frommen Reden": "Die Lilie auf dem Felde und der Vogel unter dem Himmel", sind besonders schöne Beispiele seiner großen Dichtergabe, "in denen wirklich die Poesie die Hochzeitskleider trägt". Zugleich hat Kierkegaard in ihnen große Mühe daran gesetzt "so viel wie möglich vom wesentlichen Gehalt christlich frommen Lebens zum Ausdruck zu bringen." Sie bieten auch "die entscheidende Klärung über das Verhältnis .., in welchem für Kierkegaard die eigentümlich christliche Religiosität (die Religiosität B) zu der allgemein menschlichen, auf Gehorsam und Anbetung im Gotterleiden gerichteten Religiosität (der Religiosität A) steht. Die drei frommen Reden sprechen unter bewußter Ausschaltung der Frage von Schuld und Vergebung rein und unbefangen die Religiosität A aus. Dabei aber erklären sie, daß eben diese Art der Frömmigkeit uns vom Evangelium geboten sei als Gestalt unseres täglichen Lebens mit und vor Gott, und daß das Vaterunser in allen seinen Bitten, abgesehen von der fünften, nichts als ein Ausdruck dieser Frömmigkeit sei ... Es ergibt sich somit zwingend, daß Kierkegaard an eine totale innere Verschmelzung der in Schuld und Vergebung ihre Tiefe habenden Religiosität B mit der Religiosität A zur Einheit eines einzigen frommen Lebens gedacht hat, daß ihm somit der christliche Weg durch Schuld und Vergebung hindurch nichts gewesen ist als der Weg zur echten Verwirklichung der im Menschlichen angelegten Sittlichkeit und Frömmigkeit." (E. Hirsch a.a.O.) - Außerdem bringt dieser Band mit der Artike
Über den Begriff der Ironie, mit ständiger Rücksicht auf Sokrates by Søren Kierkegaard ( Book )
8 editions published between 1961 and 1991 in German and held by 32 WorldCat member libraries worldwide
Kierkegaard stand in seiner geistigen und künstlerischen Entwicklung zunächst stark unter dem Einfluß der deutschen Romantik. Bei seiner Auflehnung gegen den Vater verstand er sich, ein echter Romantiker, als schöpferisches Individuum, das sich durch herrschende Konventionen in seiner geistigen Entfaltung Schranken nicht setzen läßt. Ein Leitbegriff einer solchen romantischen Protesthaltung war die Ironie, aufgewertet zu einem allgemeinen geistigen Prinzip: Wirklichkeit ist für das geniale Individuum nur das Spielmaterial für seine zweckfrei bis ins Unendliche immer wieder neu gestaltende und jede Gestaltung wieder in Frage stellende Phantasie; den Darstellungen der aesthetischen Lebensanschauung im I. Teil von "Entweder-Oder" und im Gastmahl der Pseudonyme in den "Stadien auf des Lebens Weg" (s. 1. und 15. Abteilung der "Gesammelten Werke") hat sie die Grundmelodie gegeben. Doch hatte er das Lebenszerstörende einer schrankenlosen Protesthaltung bald erkannt. Andererseits blieb ihm die Eigenständigkeit der Persönlichkeit ein unverzichtbarer Gedanke. Da mußte es ihm ein Anliegen sein, die so als Prinzip weiterhin wichtig genommene Ironie seinem Gesamtbild geistiger Orientierung einzuordnen. Dieser Aufgabe widmet er sich nun mit seiner Dissertation. Die erste Persönlichkeit der Geistesgeschichte, die sich zur Ironie als einem Prinzip geistiger Wirksamkeit bekannt hat, war Sokrates. Sie ist bei ihm eine Kunst der Lenkung des Dialogs durch Fragen, bei denen er sich als unwissend bekennt oder unwissend stellt mit dem Ziel, Unklarheiten und Widersprüche im bisher geltenden Wissen und Denken aufzudecken und dies so als ungültig, als Unwissenheit zu enthüllen. Radikale Vertreter der romantischen Ironie beriefen sich deshalb auf ihn als ersten und größten Vertreter absoluter Negativität menschlicher Erkenntnis; Hegel dagegen sieht diese Zerstörung des bisher als gültig angenommenen Denkens nur als den notwendigen ersten Schritt auf dem Weg zu besserer Einsicht. Bei Versuchen, diese Frage zu klären, verwickelt man sich unvermeidlich in die endlose Auseinandersetzung darüber, inwieweit in den Dialogen Platos, die dafür die Hauptquelle unseres Wissens sind, der "Sokrates" eigene Gedanken ausspricht oder aber dem Denken Platos als Sprachrohr dient. Ein Hauptinhalt der Dissertation ist es nun, für dies Problem eine Lösung zu entwickeln. Als Schlüsselgedanke dient dabei die Annahme, daß Sokrates selbst die ihm von Romantikern zugeschriebene Auffassung der "Ironie als unendliche absolute Negativität" vertreten habe, während Plato versucht, nach der so bewirkten Zerstörung des überkommenen Denksystems ein neues aufzubauen. Zugleich wird jedoch der Sinn dieser Auffassung der Ironie in der Weltgeschichte des Geistes gegen die nihilistische Auffassung bei radikalen Romantikern neu bestimmt: "Dies eben ist die Bedeutung des Sokrates, welche von Hegel und erst recht vom Hegelianismus nicht erkannt worden ist, daß er mit der absoluten unendlichen Negativität der Ironie eine Beruhigung und Erstarrung des Humanen in substantieller Sittlichkeit und erst recht in objektiver Wissenschaft verhindert, daß er im Humanen die mit Tod versehrende Krise aufdeckt, in der allein Freiheit und Persönlichkeit vor einem Untergang im allgemeinen geschichtlichen Dasein bewahrt werden können. Die tiefe Not des Humanen aber ist es, daß diese Ironie, wenn sie ... das Letzte des Menschen zu werden beginnt, das Verhältnis zu Leben und Wirklichkeit zerstört. Darum wird es für Kierkegaard nötig, das Ja zum Ironiker Sokrates durch ein Nein zur dämonisierten Ironie der radikalen Romantik zu ergänzen. Ironie muß beherrscht werden, wenn sie dem Humanen ihren Dienst tun soll." (E. Hirsch in der Einleitung) Die richtig verstandene Ironie widerlegt alle Versuche des Menschen, seiner Existenz aus eigener geistiger Kraft einen letzten Sinn zu erringen; daß er diesen Sinn nur als Gabe Gottes empfangen kann, wird angedeutet. - Die Di
Stadien auf des Lebens Weg by Søren Kierkegaard ( Book )
7 editions published between 1958 and 1982 in German and held by 28 WorldCat member libraries worldwide
Im religionsphilosophischen Denken Kierkegaards spielt die Herausarbeitung verschiedener Typen ethischer und religiöser "Lebensanschauungen" oder "Existenzsphären" eine große Rolle. In seinem letzten rein religionsphilosophischen Werk, der "Abschließenden unwissenschaftlichen Nachschrift" (16. Abteilung der "Gesammelten Werke"), unterschied er vier "Existenzsphären": die "aesthetische", die schon im I. Teil von Entweder-Oder in großer Vielfalt dargestellt wurde, eine "ethische" mit nur geringem religiösen Tiefgang und zwei Stufen religiöser Vertiefung; deren erste scheitert bei ihrem Ringen um ein Gottesverhältnis an dem damit verbundenen, nicht verwundenen Schuldbewußtsein und bleibt in Schwermut gefangen; erst auf der zweiten, "paradox-religiösen" Stufe wird diese Krise im Erfahren der versöhnenden Gnade Gottes überwunden. Doch ist es der Denkweise Kierkegaards gemäß, Typen ethisch-religiöser Einstellungen und Fehlentwicklungen nicht nur abstrakt-begrifflich abzuleiten, sondern in der Vielfalt des Lebens dichterisch darzustellen; das letzte, sehr umfassende Werk mit diesem Ziel sind die "Stadien auf des Lebens Weg". In der ersten der drei hier zusammengefaßten Schriften läßt er dichterische Gestalten vor allem aus seinen früheren Werken auf einem "Gastmahl der Pseudonyme" Reden auf "das Weib" und "die Liebe" halten und führt so verschiedene Spielarten "aesthetischer Lebensanschauung" vor; mit seinem Wirbel geistreicher, überraschender, oft frivoler Gedanken und Einfälle wie mit dem sehr stimmungsvollen Erzählungsrahmen hat dies Werk immer wieder starken Eindruck gemacht und wird als Gegenstück zu Platos berühmtem Symposion gepriesen. Dagegen stellt er dann ein neues Loblied des aus Entweder/Oder bekannten, hier allerdings "verflachten" Gerichtsrats auf die Ehe, die er damit gegen den Spott der Pseudonyme verteidigt, - ein Musterbild einer soliden "ethischen Lebensanschauung", die jedoch tiefere religiöse Probleme kaum ahnt, wie sie gerade auch mit der Lebensbindung zweier Menschen verbunden sind. Schließlich bietet er in der "Leidensgeschichte" noch einmal ein Beispiel einer zerbrechenden Verlobung (dies Problem hatte er schon in der 1. und 5. Abteilung der "Gesammelten Werke" behandelt); sie scheitert in diesem Fall gerade daran, daß der sie durchleidende "Quidam" bei seinem Ringen mit solchen religiösen Problemen in Schwermut gefangen bleibt. Diese Darstellung kommt dem tatsächlichen Erleben Kierkegaards beim Zerbrechen seiner Verlobung sehr viel näher als die beiden früheren, enthält sogar ein Originaldokument seiner eigenen Geschichte, wenn auch der dargestellte "Quidam" das eigentliche religiöse Erleben Kierkegaards nicht erreicht. Besonders gerühmt werden sechs Einlagestücke, in denen Kierkegaard verschiedene Arten religiös bedingter Schwermut dichterisch eindrucksvoll darstellt. Schließlich bietet der fingierte Verfasser dieser "Leidensgeschichte", Frater Taciturnus, der sie in einem umfangreichen Nachwort kommentiert, selbst ein Beispiel eines Menschen, der sich scharfsinnig um die Probleme religiöser Existenz und die Möglichkeiten ihrer dichterischen Darstellung bemüht, jedoch mit der eigenen Existenz an ihrer Grenze stehen bleibt. Seine Gedanken dürfen darum, obwohl Kierkegaard dies Pseudonym bald danach auch in persönlichen Stellungnahmen verwendet hat, nicht als Kierkegaards eigene letzte Überzeugung genommen werden. Diese findet man vielmehr in der Beichtrede der mit den "Stadien" gleichzeitig veröffentlichten "Drei Reden bei gedachten Gelegenheiten" (14. Abteilung der "Gesammelten Werke"); deren Grabrede ist zur Interpretation des Gastmahls der Pseudonyme heranzuziehen, die Traurede zur religiösen Korrektur des "Allerleis über die Ehe" des "Gerichtsrats"
Erstlingsschriften by Søren Kierkegaard ( Book )
6 editions published between 1960 and 1984 in German and held by 26 WorldCat member libraries worldwide
Schon das erste Buch, das Kierkegaard veröffentlicht hat, ist etwas sehr Merkwürdiges: im Alter von nur 25 Jahren, als ein völlig Unbekannter, wagt er es, das neueste Werk eines angesehenen und beliebten Autors - Andersens "Nur ein Spielmann" - einer vernichtenden Kritik zu unterwerfen. Um das zu erklären, genügt nicht der Anstoß an der literarischen Minderwertigkeit des kritisierten Romans (s. den Bericht in Anm. 35); der Kern der Kritik ist "ein leidenschaftliches Nein zu der Grundaussage von Andersens Roman, daß ein Genie der Gunst des Schicksals und der Menschen bedürfe, um nicht unterzugehn. Kierkegaard, welcher ... (im) Mai 1838 das Ja zum Glauben an Gottes Liebe nur als ein in seinem irdischen Lebensmut und seinen irdischen Hoffnungen völlig Zerbrochener gefunden hatte, weiß .. aus persönlicher Erfahrung weit tiefer als Andersen, ... daß ohne Angst und Leiden, ohne inwendiges Zermalmtwerden des Glücksverlangens kein Mensch seine höhere, seine wahre Bestimmung zu erfüllen vermag. Dennoch glaubt er, daß das Genie immer siegt, d.h. die ihm mitgegebene Aufgabe und Bestimmung im Ganzen des menschlichen Daseins gerade auch durch den Untergang seiner privaten Person hindurch erfüllt. Zugleich glaubt er, daß ein Genie, auch wenn es den tiefen christlichen Glauben an Gottes Liebe nicht findet, allen Widrigkeiten und Hemmungen jenen unzerbrechlichen Stolz und jenen freien starken Willen entgegensetzt, welche die Bedingungen für echtes großes Schaffen sind. In alledem muß ihn nun Andersens Roman aufs Tiefste verletzen und empören. Er findet hier eine menschenunwürdige weichliche Schlaffheit dem Schicksal gegenüber, einen Unglauben an einen geisthaften großen Sinn des menschlichen Lebens und eine sentimentale, zutiefst unchristliche, halb sinnliche Religiosität gepredigt. ... Indem er nun aber zeigt, daß die verkehrte Lebensanschauung Andersens seinen Roman zu einem allen strengeren ästhetischen Anforderungen widersprechenden kitschigen Gebilde macht, stellt sich für ihn eine Einheit zwischen dem Ethisch-Religiösen und dem Geisthaft-Ästhetischen her."(E. Hirsch in der Einleitung) - Unter den übrigen Dokumenten der frühen Entwicklung des Dichters und Religionsphilosophen ist das wichtigste die erste von ihm verfaßte Predigt. Sie "ist ein biographisches Dokument ersten Ranges. Sie ist während der Verlobungszeit .. in eben dem Augenblick geschrieben worden, als ihm die unübersteigliche religiöse und seelische Kluft zu Regine klar wurde und ihm eben damit das irdische Lebensglück für immer zerbrach. ... diese Predigt (ist) das einzige Zeugnis, welches uns einen unmittelbaren ins Letzte gehenden Einblick in Kierkegaards Seele zu Beginn der Verlobungskrise gewährt. Der Übersetzer hat in Anm. 96, 103 und 111 Hinweise gegeben, welche dem Leser an besonders durchsichtigen Punkten die biographischen Hintergründe aufschließen können. Darüber hinaus ist die Predigt als einziges vorhandenes Gesamtbild der religiösen Überzeugungen des zum Christentum heimgekehrten jungen Kierkegaard für die Interpretation seiner gesamten späteren Schriftstellerei nicht zu entbehren." (E. Hirsch a.a.O.) Zusammen mit der Predigt ist das Protokoll der Seminarsitzung abgedruckt, in der sie besprochen wurde. Die abwertenden Urteile der Seminarteilnehmer zeigen ungeheuer eindrucksvoll die Kluft, die sich gleich zu Anfang zwischen dem um einen verinnerlichten Glauben ringenden Kierkegaard und der flachen Kirchlichkeit auftat, mit der er schließlich seinen letzten Streit ausgefochten hat. - Sehr bemerkenswert sind schließlich die Fragmente eines frühen literarischen Entwurfs von "Briefen eines jungen faustischen Zweiflers". Sie geben uns ein lebendiges Bild der Gedanken und des Seelenzustands des jungen Kierkegaard in der Zeit seiner radikalen Abwendung vom Christentum des Vaterhauses
Christliche Reden, 1848 by Søren Kierkegaard ( Book )
6 editions published between 1959 and 1981 in German and held by 26 WorldCat member libraries worldwide
"Ein christliches Erbauungsbuch zu schreiben, welches jedermann, auch dem schlichtesten Leser, verständlich ist," das war, wie E. Hirsch in der Einleitung ausführt, das Ziel Kierkegaards mit diesem Band "Christlicher Reden". "Nirgends sonst hat er mit solcher Nüchternheit und Klarheit die für ihn entscheidenden christlichen Grundbegriffe und Grundaussagen hingestellt." In der ersten Redengruppe über "Die Sorgen der Heiden" werden uns Menschen gezeigt, deren Denken in naiver Unmittelbarkeit von den alltäglichen Problemen des menschlichen Lebens so ausgefüllt ist, daß das Gottesverhältnis sich verdunkelt, - und in diesen Gott entfremdeten "Heiden" müssen wir Glieder der Christenheit uns selbst wiedererkennen. In der zweiten Gruppe, "Stimmungen im Streit mit Leiden", wird das Verhältnis von Leiden und Sünde durchdacht: Leiden, das ich in Glaubensgehorsam innerlich annehme, erweist sich als Heil; das einzige wahre Unheil ist die Sünde, weil sie uns eben gegen diesen Glauben verschließt. Die dritte Gruppe, "Gedanken, die hinterrücks verwunden - zur Erbauung", hat Kierkegaard erst ganz zuletzt dem Manuskript eingefügt, gegen starke innere Hemmungen; denn in diesen Reden ist die Härte dessen, was das echte Christentum fordert, und sein "Gerichtsernst" noch einmal sehr verschärft. Christus Nachfolgen hat für die Apostel bedeutet, daß sie die irdischen Güter freiwillig aufgaben und sich durch das Bekenntnis zu ihm harten Verfolgungen aussetzten. Was besagt unser heutiges Christentum, wenn wir es an diesem Maßstab messen? In der letzten Gruppe, den "Reden beim Altargange am Freitag", geht es vor allem um die Frage: Wird durch die von Gott uns gewährte Sündenvergebung, die "Versöhnung", nicht der Ernst der sittlichen Forderung aufgehoben? Die Reden zeigen dagegen, daß gerade die immer neue Vergebung unserer Sünden uns die sittliche Forderung nur um so schärfer einbrennt. Entstanden sind die Reden in dieser Reihenfolge: zuerst die letzte Gruppe, dann die zweite, dann die erste, zuletzt die dritte. "Langsam sieht man, wenn man die Entstehungsfolge der einzelnen Stücke beachtet, in Kierkegaard die polemische Stimmung wider die mit dem Christlichen Mißbrauch treibende Christenheit aufsteigen. Im vierten und zweiten Stück findet sie noch keinen Ausdruck. In ihnen ist die Darstellung des Christlichen noch ganz auf die "verborgene Innerlichkeit" gerichtet. Im ersten Stück wird dann schon auf den unechten Christen der Begriff des Heiden angewandt. Das dritte Stück ist die Ouvertüre zu Kierkegaards Angriff auf die Christenheit."
Briefe by Søren Kierkegaard ( Book )
6 editions published between 1955 and 1996 in German and held by 23 WorldCat member libraries worldwide
Für die Entwicklung des Denkens und Wirkens Kierkegaards hatte das Scheitern seiner Verlobung mit Regine Olsen entscheidende Bedeutung; aus seinem Grübeln an der religiösen Verarbeitung dessen, was er da erlitt und was er zu tun sich gezwungen fühlte, ergab sich das Hauptmotiv und das Kernproblem mehrerer bedeutender Werke, das auch danach in seinen Schriften und in den Meditationen seiner Tagebücher immer wieder sichtbar wird. So ist es ein großer Gewinn, daß uns ein erheblicher Teil der Briefe an Regine und an seinen vertrautesten Freund, Emil Bösen, aus dieser Zeit erhalten geblieben ist. Man wird beim Lesen dieser Briefe eine gewisse Beschämung empfinden, daß man so tief in das persönlichste Leben zweier Menschen einzudringen wagt, und wird dann erschüttert miterleben, wie die zarte Poesie der ersten Brautbriefe umschlägt in grausame Härte, zu der Kierkegaard sich zwang, um die Beziehung zu lösen, die festzuhalten sein Gewissen ihm nicht erlaubte. Auch "literarisch" sind diese Briefe ein Ereignis, große Dichtung, die das Leben selbst geschrieben hat. Und ihre Zugänglichkeit ist sachlich gerechtfertigt und wichtig; das Werk Kierkegaards rückt uns näher und ergreift uns tiefer, wenn wir in diesen Dokumenten dem Leben und dem Leid unmittelbar begegnen, in dem es seinen Ursprung hat. - Ebenso tritt Kierkegaard uns in vielen anderen Briefen dieser Sammlung als Mensch wie als Dichter eindrucksvoll entgegen, mit seiner geistigen Lebendigkeit, seiner dichterischen Vollmacht, der Folgerichtigkeit, aber auch der Spröde seines Charakters. Wir empfangen damit ein besonders lebendiges Stück seiner Biographie. Sehr wichtig ist der hier aufgenommene Bericht seines Freundes Emil Bösen über die Besuche und Gespräche während der letzten Krankheit. - Diese Ausgabe, die zum hundertsten Gedenktag seines Todes zum ersten Mal erschien, hat das besondere Verdienst, Kierkegaard als Briefschreiber für des Dänischen nicht Mächtige zum ersten Mal umfassend zugänglich zu machen. Darüberhinaus hat sie mit zahlreichen Beobachtungen zur besseren Datierung vieler Briefe und zu einem besseren Verständnis Wichtiges beigetragen
Sören Kierkegaard : Auswahl aus dem Gesamtwerk des Dichters, Denkers und religiösen Redners by Søren Kierkegaard ( Book )
5 editions published between 1961 and 1977 in German and held by 15 WorldCat member libraries worldwide
Auswahl aus dem Gesamtwerk : des Dichters, Denkers und religiösen Redners by Søren Kierkegaard ( Book )
4 editions published between 1961 and 1964 in German and held by 4 WorldCat member libraries worldwide
 
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